Wege der Rechtsfindung in ethnisch-religiös gemischten Gesellschaften
Erfahrungsressourcen in Polen-Litauen und seinen Nachfolgestaaten

Emmy Noether Universität Leipzig

Sommersemester 2009

Gäste, Fremde, Dissidenten, Nationalitäten und Minderheiten in der russischen Geschichte. Eine begriffsgeschichtliche Einführung.

Yvonne Kleinmann

Seminar im Schwerpunktmodul: ''Geschichte Russlands in der Neuzeit (Ende 18.- 20. Jahrhundert)''

Universität Leipzig, Historisches Seminar
Sommersemester 2009
Zeit: freitags, 9–11 Uhr
Ort: GWZ, Beethovenstr. 15, H4 2.16

Kurzbeschreibung

Der Begriff Minderheit hat keinen alten Stammbaum. Ziel des Seminars ist es, am Beispiel der russischen Geschichte von der frühen Neuzeit bis in die frühe Sowjetära zu erarbeiten, wie zugewanderte, aber auch gesellschaftlich nicht dominante Gruppen im expandierenden Imperium immer wieder neu definiert und hierarchisiert wurden. Thema sind ausländische Kaufleute/„Gäste“ ebenso wie religiöse Dissidenten, nichtrussische Völker ebenso wie Frauen. Anhand ausgesuchter Quellen und weniger Sekundärtexte soll reflektiert werden, in welch unterschiedlichem Maße die einzelnen Epochen bzw. politischen Systeme Kriterien wie Sprache, Glaube, Herkunft und Gender/Geschlecht zur Grundlage gesellschaftlicher Ausgrenzung oder auch Integration machten.
Darüber hinaus ist das Seminar eine Einführung in begriffsgeschichtliche Ansätze. Insbesondere Gruppenbezeichnungen werden im Hinblick auf ihre Bedeutung für die Konstruktion sozialer Wirklichkeit hinterfragt und mit Selbstwahrnehmungen der jeweiligen Gruppen konfrontiert.

03.06.2013 Seite drucken